KI

Google straft keine KI-Texte ab. Google straft Faulheit ab.

Von Oliver Misch 10. März 2026 5 Min. Lesezeit

Die halbe Branche streitet, ob KI-Texte der Sichtbarkeit schaden. Die Antwort ist unbequemer: Nicht das Werkzeug entscheidet, sondern die Mühe, die man sich damit gibt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Google bewertet Texte nach Nutzen, Erfahrung und Vertrauenswürdigkeit, nicht nach dem Werkzeug ihrer Entstehung.
  • Massenhaft generierte Einheitstexte ohne eigene Substanz werden abgewertet, egal ob Mensch oder Maschine sie schrieb.
  • Gut eingesetzt ist KI ein Werkzeug im Schreibprozess. Ihr Wissen und Ihre Beispiele bleiben der Rohstoff.

Was Google offiziell dazu sagt

Die Angst, dass Google KI-Inhalte pauschal abstraft, hält sich hartnäckig und ist doch ein Mythos. Google selbst formuliert es seit Jahren gleich: Bewertet wird die Qualität von Inhalten, nicht die Art ihrer Herstellung. Entscheidend sind Nutzen für den Leser, erkennbare Erfahrung und Expertise sowie Vertrauenswürdigkeit. Abgewertet werden Inhalte, die primär für Suchmaschinen produziert wurden, und davon hat die KI-Welle eine Flut erzeugt: hunderte Seiten generischer Text, die alle dasselbe sagen und nichts davon aus eigener Anschauung.

Woran generische KI-Texte scheitern

Wer einer KI schreibt, verfasse einen Text über Badsanierung, bekommt einen Text, den so auch tausend Wettbewerber bekommen: korrekt, glatt und ohne einen einzigen Satz, den nur Ihr Betrieb schreiben könnte. Es fehlen die echten Preise, die Beispiele von der Baustelle, die regionalen Eigenheiten, die ehrliche Einschätzung, wovon man die Finger lassen sollte. Genau diese Substanz ist es, die Leser überzeugt und die Google mit dem Begriff Erfahrung meint. Ohne sie ist ein Text Füllmaterial, ganz gleich, wer ihn geschrieben hat.

So entsteht mit KI ein Text, der trägt

In unserer Arbeit ist KI ein Werkzeug unter mehreren, ungefähr so wie ein sehr schneller Assistent. Der Rohstoff kommt vorher: ein Gespräch mit Ihnen, Ihre häufigsten Kundenfragen, echte Projekte, echte Zahlen, Ihre Region. Daraus entsteht eine Struktur, dann ein Text, und der wird geprüft, gekürzt und in Ihre Tonlage gebracht. Das Ergebnis liest sich nach Ihrem Betrieb, nicht nach Textbaukasten. Diese Reihenfolge ist der ganze Unterschied zwischen Inhalten, die ranken, und Inhalten, die rauschen.

Drei Prüffragen für jeden Text auf Ihrer Website

  • Könnte diesen Text wortgleich auch Ihr Wettbewerber veröffentlichen? Dann fehlt Substanz.
  • Beantwortet er eine Frage, die Ihre Kunden wirklich stellen? Wenn nicht: Wozu existiert er?
  • Steht mindestens ein Detail darin, das nur aus Ihrem Betrieb stammen kann? Genau das macht ihn wertvoll.

Diese drei Fragen sind übrigens werkzeugneutral. Sie entlarven schwache KI-Texte genauso zuverlässig wie schwache Agenturtexte aus der Zeit davor. Faulheit gab es schließlich schon vor der künstlichen Intelligenz, sie skaliert jetzt nur besser.

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Oliver Misch

Geschäftsführer der medienplus GmbH und Kopf hinter pixelsetzer. Schreibt hier über Websites, Sichtbarkeit und Digitales für kleine Unternehmen. Ohne Fachchinesisch, mit Meinung.

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